Die Erkundung des Abstrakten Kabinetts

ACHTUNG!!!


Okay, danke für deine Aufmerksamkeit. Ich glaube, ich habe halbwegs interessante Dinge zu erzählen. Daher werden sie nun durch meine Fingerspitzen in deinen Kopf fließen, wenn du dies liest.


Hallo, schön dich kennen zu lernen. Mein Name ist Timo. Ich bin in Hannover geboren und aufgewachsen. Ich habe mich immer schon für Kunst interessiert, habe aber nie genug Zeit damit verbracht etwas darüber zu lernen wie ich es eigentlich hätte tun sollen. Es erschien mir immer wie ein so enormes, viel zu komplexes Thema, dass ich immer Sorge hatte überwältigt zu werden.


Dies sollte sich ändern, fand ich. Wenn ich also die Welt der Kunst entdecken möchte, womit sollte ich am besten anfangen? Die Antwort auf diese Frage bekam ich von meiner wundervollen Freundin Polina. Sie ist in Sankt Petersburg geboren worden und hat mir von einer Kollaboration des russischen Künstlers El Lissitzky und dem Landesmuseum hier in Hannover aus dem Jahr 1927 unter dem Namen “Kabinett der Abstrakte” erzählt.

“Na also!” Dachte ich. Eine direkte Verbindung zwischen meiner Herkunft, der Herkunft meiner Freundin und Kunst im Allgemeinen. Welch einen besseren Grund könnte es geben, um mich endlich aufzuraffen und in diesen seltsamen Teil der Welt, der mir bisher so fremd war, einzutauchen.


Also tat ich genau das. Ich ging los und habe versucht mehr über dieses seltsame Kabinett in Erfahrung zu bringen. Worum ging es dabei? Wieso ist es abstrakt? Wo befindet es sich jetzt? Ich war schon mal im Landesmuseum, aber kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern es dort gesehen zu haben.


Zumindest die letzte dieser Fragen ist schnell beantwortet. Es existiert nicht mehr. Schuldig sind unser aller liebsten Idioten, die Nazis. Diese Armleuchter haben es irgendwann zwischen 1936 und 1937 komplett zerstört. Das wars also? Eine eventuell unheimlich Interessante Kunstinstallation für immer verloren wegen irgendwelchen beknackten Nationalsozialisten aus den 1930ern. Nun ja, nicht ganz. Glücklicherweise gibt es Menschen mit deutlich mehr Sinn, welche sich entschlossen das Kabinett als eine etwas veränderte aber ähnliche Version im Jahre 1968 neu zu errichten.Diese kann man noch heute im Sprengel Museum finden.


Aber was macht es denn nun abstrakt und was bedeutet es überhaupt? Dafür müssen wir weiter zurückgehen, bis zu dem Direktor des Landesmuseums, welcher Lissitzky ursprünglich beauftragte. Alexander Dorner war sein Name und er glaubte, dass ein Museum hauptsächlich eine lehrende Institution sein sollte. Daher sollte es aus der Rolle des passiven Darstellers heraustreten und den Besucher zum teilnehmen einladen und ihm somit helfen die Kunstwerke durch aktives interagieren kennen zu lernen. Einen Ausstellungsraum zu schaffen der den Besucher aktiv mit einbindet legte die Basis für die spätere Kreation. Lissitzky erschuf einen schwarz weißen Raum voller beweglicher Elemente, der die Betrachter aufforderte ihren eigenen Blick auf die Kunstwerke zu finden und im Laufe dessen eine eigene künstlerische Konstellation zu erschaffen.


Ich habe die neue Version inzwischen mehrfach besucht. Es ist tatsächlich sehr interessant und es macht überraschend Spass es zu erkunden. Es fühlt sich allerdings weniger wie eine Kopie oder eine Replikation der ursprünglichen Idee an, sondern erweckt mehr das Gefühl einer Hommage an die radikale Kreativität die Lissitzkys Entwurf innewohnte. Dies ist jedoch keine Schuldzuweisung oder Kritik meinerseits. Tatsächlich halte ich es für eine gute Sache, dass sie nicht versucht haben genau das gleiche zu wiederholen. Dieses mal, aus seinem ursprünglichen Kontext gerissen, hätte es sich mehr wie eine schwache Imitation als ein tatsächliches Werk für sich angefühlt. Jetzt dient es eher als ein Kunstwerk das geschaffen wurde um die Erinnerung an Lissitzky zu ehren. Eher ein Denkmal als eine Kunst Installation.


Also kann ich euch nur empfehlen selber ins Sprengel Museum zu gehen und euch selbst zu überzeugen. Ich hatte mehr Spass als ich ursprünglich erwartet hatte. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte halb erwartet das es langweilig sein wird. Ich könnte nicht froher sein falsch gelegen zu haben. Ich hatte eine wundervolle Zeit, beim Erkunden dieser kleinen Ecke in Hannovers Kunstgeschichte und brenne darauf es erneut zu tun. Wer weiß worüber ich beim nächsten Mal stolpere. Hey, ich glaube da kommt mir eine tolle Idee. Haltet euch fest! Was wäre wenn ich meine Erfahrungen aufschreibe in einer art Blog über Kunst in Hannover? Wäre das nicht super toll?


Ja, so mach ich es. Ich werde diesen Blog erstellen, der mir auf jeden Fall gerade erst jetzt beim schreiben in den Sinn gekommen ist. Weißt du was sogar noch besser wäre? Wenn du diesem Blog sogar folgen würdest. Wer weiß, vielleicht wird es ja interessant. Vielleicht wird es schrecklich. Vielleicht wird es sogar schrecklich interessant!


Dann halte ich das jetzt so fest. Ich werde einen Blog schreiben. Vielen Dank bei deiner Hilfe auf diese Idee zu kommen mein lieber Leser.

Bis zum nächsten Artikel!





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